Home Kontakt Impressum


 
 News

 
 Unsere Regatten

 
 Satzung

 
 Termine

 
 J.t.f. Olympia

 
 Riegen

 
 Glosse

 
 RWR Leitlinien

 
 Spenden

 
 Links

 
 Kontakt

 
 Verband


Schülerrudern unter C*r*na 05.06.2020

Mit den Schulschließungen zum 16. März und der Absage aller Schulsportwettbewerbe wurde auch das Schulrudern bis auf Weiteres ausgesetzt.

Auswirkung der Lockerungen auf das Rudern
Lockerungen ab dem 08. Mai ermöglichen für Vereine das Rudern in Einern unter strengen Hygieneregeln. Das ermöglicht auch Schülerrudervereinen einen eingeschränkten Ruderbetrieb, sofern die Voraussetzungen gegeben sind. Das Rudern der Schulen blieb weiterhin untersagt.

Der Hygieneplan "Corona" für die Schulen in Hessen, herausgegeben vom Hessischen Kultusministerium, sieht vor, dass ab dem 2. Juni 2020 Sportunterricht sowie außerunterrichtliche Sportangebote in allen Schulformen und in allen Jahrgangsstufen unter Einhaltung von bestimmten Schutzmaßnahmen stattfinden dürfen.


Nur mit Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen
In Ergänzung zum allgemeinen Hygieneplan gilt dabei:
· Sport und Bewegung müssen kontaktfrei ausgeübt werden.
· Ein Mindestabstand von 2 Metern zwischen Personen ist einzuhalten.
· Freiluftaktivitäten sind aufgrund des permanenten Luftaustausches zu bevorzugen.
· Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen sind insbesondere bei gemeinsam genutzten Sportgeräten durchzuführen.
· Umkleidekabinen, Dusch- und Waschräume, ausgenommen Toiletten, bleiben geschlossen.
· Warteschlangen beim Zutritt zur Sportstätte sind zu vermeiden.

Darüber hinaus wird empfohlen, die sportartspezifischen Übergangsregelungen von den jeweiligen Sportfachverbänden im Deutschen Olympischen Sportbund als Orientierung zu nutzen. Die des Deutschen Ruderverbandes sind hier nachzulesen.

Eignung des Ruderns während und nach der Krise
Rudern ist als kontaktfreie Freiluftsportart in der Corona-Krise gut geeignet, um sich bei Einhaltung der Abstandsregeln und geringem Infektionsrisiko gesund und fit zu halten – ähnlich wie andere zu Beginn der Krise erlaubte und empfohlene Freiluftsportarten wie Radfahren, Spazierengehen oder Joggen. Vielfältige Bewegungsangebote sind wichtig, um die körperliche, motorische und psychische Entwicklung der Schülerinnen und Schülern zu fördern. Darüber hinaus kann Rudern auch dazu beitragen, die Anwendung der Hygieneregeln einzuüben und zu festigen.

Im Unterschied zu den genannten Individualsportarten gerät das Schülerrudern, welches in unserem Verband meist als Mannschaftssport betrieben wird, derzeit aber schnell an seine Grenzen: Rudern in Einern und in Kleingruppen mit einer maximalen Gruppenzahl von fünf Personen ist nicht die Seele des Schülerruderns. U.a. findet sich das soziale Lernen in Gruppen darin nur in reduziertem Maße wieder. Hierfür braucht es weitere Lockerungen. Dennoch kann das Rudern während der Krise zur Normalität im Alltag beitragen und körperliche Aktivität und Bewegung fördern und das besser und mit geringerem Infektionsrisiko als viele andere Schulsportarten.

Sollte man Rudern in Mannschaftsbooten anbieten?
Der im Hygieneplan vorgegebene Mindestabstand von 2 Metern lässt sich im vollbesetzten Mannschaftsboot nicht einhalten. Der DRV fordert in seinen Übergangsregelungen, das Rudern in Mannschaftsbooten in fester Zusammensetzung zu gestatten, da im Boot dauerhaft ein Mindestabstand von 1,30 m im Freien gewährleistet ist. Während im Hygieneplan des Kultusministeriums keine Angaben zur Teilnehmerzahl gemacht werden, limitiert die Gruppengröße von 5 Personen jedoch die Mannschaftsgröße, so dass zumindest das Achterrudern nicht empfohlen wird, wenn man der Empfehlung des DRV folgt. Der Deutsche Handballbund bspw. sieht in seinen Übergangsregelungen mit seinem 8-Stufenplan (Return to Play im Amateursport) auf der aktuell möglichen Stufe 4 (Kleingruppentraining Indoor, ohne Körperkontakt) auch die Möglichkeit von 10 Sportlern und einem Trainer vor. Unter den 10 Leitplanken wird die Möglichkeit erwähnt, im Mannschaftsboot einen Zwischenplatz frei zu lassen. Dem Steuermann ist das Tragen eines Mundschutzes empfohlen. Daraus lässt sich das Rudern eines Dreiers mit zwei Personen oder eines Vierers mit Stm. mit zwei Ruderern und einem Steuermann ableiten. Familienmitgliedern und Angehörigen einer Hausgemeinschaft ist das Rudern im Mannschaftsboot nicht untersagt.
Was man aus den Informationen aus unterschiedlichen Quellen macht, ist jedem Verantwortlichem selbst überlassen.

Und nun?

Improvisation ist gefragt.
Die hessischen Schulruderer sind damit gefordert, die gegebenen Voraussetzungen zu analysieren und abzuwägen, ob sie einen verantwortbaren Ruderbetrieb organisieren können oder lieber weitere Lockerungen abwarten. Den Lehrkräften wird damit eine hohe Verantwortung übertragen. Sie können gegebenenfalls derzeit schon mit ernormen Aufwand einen kleinen Ruderbetrieb organisieren, sofern es die lokalen Bedingungen vor Ort erlauben (Gewässereigenschaften, individuelle Fähig- und Fertigkeiten der Ruderer, Vorschriften für die Sportstättennutzung, geeignetes Bootsmaterial etc.). Zu bedenken ist, dass auch das Wetter schnell zu einer Absage der Trainingseinheit führen kann, da Umkleiden und Duschen der Sportstätte nicht genuzt werden dürfen.

Rudern im Sportunterricht, Wahl(-pflicht-)Angebote, Arbeitsgemeinschaften, der Trainingsbetrieb mit größeren Schülergruppen, Großbootrudern, Regatten und Wanderfahrten mit Übernachtung erscheinen momentan noch ein gutes Stück entfernt. Hierfür sind weitere Entwicklungen und Lockerungen abzuwarten.

Ergänzung vom 16.06.:
Ein erweiterter Ruderbetrieb (z.B. Rudern in Mannschaftsbooten) ist seit dem 11.06. in Hessen für den Vereinssport wieder möglich. Der HRV informiert darüber auf seiner Internetpräsenz im Corona-Update 5. Weiterhin müssen jedoch lokale Vorgaben und Rahmenbedingungen beachtet werden.
Der Hygieneplan des Kultusministeriums hat bisher keine Aktualisierung mit weiteren Lockerungen für den Schulsport erfahren. Es sei denn man überträgt die Vorgaben des Vereinssports auf den Schulsport (Verweis in der Anlage auf die Übergangsregelungen des Fachverbandes). Eine verlässliche Aussage hierzu, ob die Übernahme der Lockerungen vom Vereinssport auf den Schulsport erlaubt ist, liegt dem Schülerruderverband trotz Anfrage leider nicht vor.

Ergänzung vom 05.08.:
Gemäß Hygieneplan und Anlage 2 vom 24.07. können "Sportunterricht und außerunterrichtliche Sportangebote in allen Schulformen und in allen Jahrgangsstufen unter Einhaltung von bestimmten Schutzmaßnahmen stattfinden."
"Der Sportunterricht,[...], findet im geregelten Klassen- oder Kurssystem der Schule statt. Außerunterrichtliche Sportangebote finden in festen Lern- oder Trainingsgruppen wie zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften oder Sportgruppen aus den Landesprogrammen „Schule & Verein“ sowie „Talentsuche-Talentförderung“ – einschließlich fester schulübergreifender Gruppen – statt. Jeder Gruppe wird innerhalb der Sportstätte ein festgelegter Bereich zugewiesen, die Gruppen dürfen sich nicht mischen.
...
Direkte körperliche Kontakte sind auf das sportartspezifisch notwendige Maß zu reduzieren.
Unterricht und Angebote im Freien sind aufgrund des permanenten Luftaustausches zu favorisieren.
Bei der Nutzung von Geräten ist auf die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln besonders Wert zu legen. Der Aufenthalt in den Umkleidekabinen ist so zu organisieren, dass dieser nur kurz stattfindet. Der Mund-Nase-Schutz ist beim Umkleiden zu tragen.
Sofern die Umkleidekabine nicht zur Aufbewahrung von Kleidungsstücken oder Gegenständen benötigt wird, ist diese nach Benutzung gründlich zu lüften. Begegnungen von Gruppen im oder vor dem Umkleidebereich sind ebenso wie Warteschlangen beim Zutritt zur Sportstätte zu vermeiden.
...
Besondere Hygienekonzepte der Betreiber der Sportstätten und Schwimmbäder sind zu beachten. Zum Schutz der Schülerinnen und Schüler gelten die jeweils strengeren Regelungen.
... "